Höhenrausch

Der deutsche Bergfilm

In dieser Studie werden die oft dem Heimatfilm zugeordneten Bergfilme erstmals als eigenes Genre untersucht. Um den rapiden Aufstieg des Bergfilms um 1930 zu erklären, wird die zeitlich parallele Karriere alpiner Landschaften in der Populär- und Freizeitkultur miteinbezogen. In unzähligen Bergromanen, Fotobänden und der Publizistik alpiner Vereine behaupten sich Berge als machtvolle Metaphern, die ästhetisch modern formuliert werden. Mit Hitlers Berghof oder den Alpenstraßenprojekten des Austrofaschicmus wurde die politische Indienstnahme des Bergmotives auch für Nichtalpinisten offensichtlich.

Die beiden wichtigsten Darsteller der Fanck-Filme, Luis Trenker und Leni Riefenstahl, führten in den dreißiger Jahren den Bergfilm auf ihre eigene Art fort. Ihre Karrieren werfen die Frage nach Zusammenhängen zwischen Bergfilm und NS-Propagandafilm auf; in filmästhetischer, aber auch in produktionstechnischer Hinsicht.

Mit “Der Berg ruft” (1937) hat Trenker die wesentlichen Eigenschaften des Bergfilms noch einmal rekapituliert: Unbeugsame Berghelden kämpfen im steilen Fels, die Geliebte wartet bangend im Tal, der Berg nimmt als beobachtender Dritter daran teil. Doch der Berg ist nicht nur eine visuell wichtige Leitfigur, sondern auch dramaturgisch stets zu Ruf und Rüge befähigt.