Alt Wien – Die Stadt, die niemals war
Der Maythos “Alt-Wien” besagt, dass die Stadt ihr besonders Flair aus der Vergangenheit bezieht. Wien etablierte sich als eine Art Weltmetropole des Rückbliucks – und fährt nicht schlecht mit diesem Image. Es gilt, die Stereotypen der ewigen Wien-Nostalgie nachzuzeichnen und zu untersuchen.
Die Logik des Neuen ist nicht immer eindeutig: “Alt-Wien” ist eine Art Vexierbild. Oft genug schlug Fortschrittlichkeit in Engagement für gefährdete Bausubstanz um – oder sensibles Bewahren in doktrinäres Festhalten am Traditionellen. Werden Nostalgie und Bewahrungsdenken dominant, melden sich verstärkt jene zu Wort, die befürchten, die Stadt könnte unter einer Käseglocke zum Stillstand kommen.
Das Buch und die Ausstellung “Alt-Wien” präsendtieren Kunstwerke, Architekturdokumente, Raritäten, Medien-Zeugnisse und “Reliquien”, in denen sich verschwundene Zustände der Stadt spiegeln. Sie verstehen sich aber auch als Einladung, über die Zukunft Wiens nachzudenken. Wiuen ist dabei nur ein Fallbeispiel für viele Großstädte, die vom historischen Erbe geprägt sind und auf denen die Last der Schönheit ruht.
