Badewonnen (2011)
Private Badekultur in Wien
Noch um 1970 hatte mehr als die Hälfte der Wienerinnen und Wiener kein eigenes Badezimmer. Schon fließendes warmes Wasser und eine Duschgelegenheit in der Küche galten als Zeichen des Fortschritts.
Die Ausstellung »Badewonnen« zeichnet den Weg nach vom Bad als Luxusort um 1900 bis zum standardisierten Raum von heute. Dabei hatten Energieversorger und Installateure entscheidende Rollen inne, da sie die Infrastruktur für das Badezimmer herstellten.
Warmwasser aus Durchlauferhitzer oder Elektro-Boiler veränderte nicht nur das tägliche Ritual der Reinigung, sondern auch den Grundriß unserer Wohnungen. Der Akt des Waschens verließ das Schlafzimmer und rückte in die Nähe von WC und Küche, wo sich Wasseranschlüsse und Energiequellen befanden.
»Badewonnen« dokumentiert die Entwicklung des privaten Bades aus technischer, aber auch aus sozialgeschichtlicher Perspektive. Am Ende des Rundgangs gibt es einen Blick auf die vielen noch ungelösten Probleme und zukünftigen Herausforderungen des Bades: Vom notorischen Platzmangel bis zum Schimmel in der Ecke, von neuen Energiekonzepten bis zum Kampf gegen Haare im Abfluss.
